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100 Jahre Frauenwahlrecht

100 Jahre Frauenwahlrecht
100 Jahre Frauenwahlrecht

Feier-Tag: 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland!

Genau heute vor 100 Jahren, am 12. November 1918, stellte die damalige Revolutionsregierung ihr neues Regierungsprogramm vor uns was so lange von Bürgerrechtlerinnen und Frauenorganisationen gefordert wurde, war ab nun wesentlicher Bestandteil der Politik: Das Wahlrecht für Frauen.

Die Weimarer Verfassung bringt dies folgendermaßen auf den Punkt: "Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerrechtlichen Rechte und Pflichten." (Art. 109, Abs. 2) Das klingt heute sehr selbstverständlich - vielleicht zu selbstverständlich.

Dieses Recht bedeutet damals schon allein, Politiker wählen zu können, nicht nur den Ehemann, zieht aber schnell größere Kreise für größere Kontexte. Am 19. Januar 1919 fand die Wahl zur verfassunggebenden Nationalversammlung statt. Dies war nicht nur die erste Wahl in Deutschland, bei der Frauen wählen durften, nein, es gab im selben Atemzug 300 Frauen, die gewählt werden konnten. In die Nationalversammlung zogen 37 von ihnen ein.

PolitikerINNEN sind damit nicht nur mutige Identifikationsmöglichkeiten für Frauen, die zeigen, dass Frauen genauso etwas zu sagen haben und dies auch können, dass Frauen mutig und selbstbestimmt ihren Weg gehen und aus den (damaligen) Rollenzuschreibungen ausbrechen können. PolitikerINNEN setzen sich viel mehr für die Rechte von Frauen ein: eigene Wahl und Antritt des Arbeitsplatzes, Rechte im Eheleben uvm., was damals noch erstritten werden musste, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Anerkennung der care-Tätigkeiten etwas, was beispielsweise immer noch erstritten werden muss.

Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist heute immer noch kein Fakt – weder im Staat noch in der Kirche – daher stellen Sie sich die Frage: Wofür treten Sie ein? Zur Ermutigung einige Zitate der Frauenrechtlerinnen von vor 100 Jahren:

»Zum ersten Mal spricht die Frau als freie und gleiche im Parlament.«, frei zitiert nach Marie Juchacz, 1919.

»Dass die Männer die Interessen der Frauen wahren ist Fiktion.«, frei zitiert nach Helene Lange, 1896.

»Was verstehen wir unter dem Rechte der Frau? Nichts anderes als das Recht des Menschen überhaupt!«, frei zitiert nach Anita Augspurg, 1897.

»Lassen wir uns nicht schrecken durch die Ungunst äußerer Umstände.«, frei zitiert nach Clara Zetkin, 1917.

»Frauen müssen sich in die staatsbürgerlichen Aufgaben einmischen.«, frei zitiert nach Helene Wessel, 1930

»Zum ersten Mal spricht die Frau als freie und gleiche im Parlament.«, frei zitiert nach Marie Juchacz, 1919.